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Service-Tipps

Wenn’s im Stau nach Pommes riecht

Die Spritpreise steigen und steigen – Benzin und Diesel werden immer teurer. Viele Autofahrer suchen nach Alternativen. Eine vermeintliche Lösung für alle, die nicht auf das Auto verzichten können: Speise- oder Heizöl in Dieselfahrzeuge. „Finger weg!“, sagen Autoexperten.

 

Tanken ist derzeit extrem teuer. Bild: SP-X

Moderne Motoren und Speiseöl vertragen sich nicht
Auch ADAC-Experten warnen: Das größte Problem ist der deutliche Viskositätsunterschied im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Technisch sind moderne Dieselfahrzeuge gar nicht für solche Treibstoffe ausgelegt. Die Folge: Die Verbrennung läuft nicht optimal, die Motorleistung nimmt spürbar ab und mittelfristig gehen Motor und Kraftstoffsystem in die Knie.

Frittenbuden-Feeling an der Ampel
Und dann gibt es da auch noch rechtliche Hürden. Denn wird Pflanzenöl als Kraftstoff eingesetzt, dann fällt Energiesteuer an. Wer mit Speiseöl Maschinen antreibt, muss das beim Hauptzollamt anmelden und Steuern zahlen. Wer jetzt meint, es falle nicht auf, wenn der alte Diesel hinter dem Haus mit Speiseöl betankt wird, der irrt gewaltig. Die Abgase von mit Speiseöl betankten Verbrennungsmotoren riechen nämlich gewaltig nach Frittenbude. Bei der Fahrt durch den Ort wird dann die Nase zum Pommes-Detektiv.

Heizöl? Keine Alternative!
Technisch etwas weniger bedenklich wäre das Tanken von Heizöl. Chemisch ist es mit Diesel-Kraftstoff weitgehend identisch, auch wenn einige wichtige Additive für Schmierung und Reinigung fehlen. Moderne Motoren können daher durchaus Probleme haben. Viele Pkw im Bestand dürften Heizöl aber zumindest kurzfristig anstandslos vertragen. Allerdings schiebt der Gesetzgeber hier einen klaren Riegel vor: Tanken mit Heizöl ist verboten, weil es weniger stark besteuert ist als Pkw-Diesel. Wer es trotzdem tut und dabei erwischt wird, macht sich der Steuerhinterziehung schuldig. Zoll und Polizei erkennen den Betrug bei Kontrollen schnell an der roten Färbung des Heizöls. Auch wenn der Sprit stark verdünnt ist.

Mögliche Lösungen
Bleibt also zähneknirschend nur der Griff zur Zapfpistole an der Autotankstelle und der Tipp, bei Fahrten zur Arbeit mal über Fahrgemeinschaften nachzugdenken oder den Ausflug an den kommenden Wochenenden mit dem Fahrrad zu planen.